Schlechte Verlierer

Fußball Header, Bild: RainerSturm / pixelio.de
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FußballSchätzungsweise 80% der deutschen Fußballfans haben gestern Abend gejubelt (inkl. meiner Wenigkeit), weil der allseits beliebte FC Bayern München (*hüstel*) in Hannover verloren hat.

Aber wie sollte es anders sein, die Bajuwaren zeigen sich mal wieder als schlechte Verlierer. So wurde der Hannoveraner Sergio Pinto von Kalle Rumgenippe oder so ahnlich scharf attackiert und als Schauspieler bezeichnet, nachdem dieser von Rafinha gefoult wurde. In Folge dieses Fouls kam es zu Rudelbildung auf dem Platz, in deren Verlauf sich Jérôme Boateng vom FCB zu einer Tätlichkeit hinreißen ließ, und dafür folgerichtig die rote Karte sah (28. Minute).

Generell spielten die Bayern, die schon recht früh (23. Minute) durch einen von Lahm verursachten Faulelfmeter 0:1 zurück lagen, recht ruppig. Schließlich ist es doch Majetätsbeleidigung, wenn man gegen den FCB ein Tor schießt. Und dann in der Liga auch noch das erste Gegentor nach der Auftaktniederlage in Mönchengladbach… Da das geht ja mal gar nicht… :roll:

Bei aller Ruppigkeit bekam auf Seiten des FCB nur noch Franck Ribery eine gelbe Karte, während bei Hannover 96 gleich 4 Spieler Gelb und einer noch Gelb-Rot sah. Aber die Bayern bekamen auch schon einen Freistoß, wenn einer ihrer Spieler von 3 Gegenspielern umringt war, und sich dann unmotiviert auf den Rasen legte…

Bezeichnend dann auch, dass die Bajuwaren erst zum Anschlusstreffer zum 2:1-Endstand kamen (83.), als auch der Hannoveraner Steven Cherundolo nach 63 Minuten mit Gelb-Rot vom Platz ging, und somit personell wieder Ausgeglichenheit herrschte.

Die Äußerungen des Herrn Rumgenippe oder so ähnlich nach dem Spiel in Richtung Pinto, des Schiedsrichters und des 4. Offiziellen zeugen jedoch davon, dass der FCB in seiner Selbstherrlichkeit gekränkt ist. Schlechte Verlierer eben.

Und für alle, die sich jetzt wundern, warum ich mich über das Spiel Hannover 96 – Bayern München so auslasse: Ja, ich habe natürlich vorher auch den Schalker 1:0-Sieg in Leverkusen gesehen, und war von der starken Leistung der Königsblauen angenehm überrascht. Aber Leverkusen hat sich hinterher auch nicht so aufgeblasen, wie die Bajuwaren es mal wieder getan haben. Und die Spielberichte darüber in der Bloggosphäre kommen schon von den „üblichen Verdächtigen”, und die können das besser als ich ;)

Keep it Country, Markus

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Headerbild: RainerSturm / pixelio.de

8 Kommentare

  1. Marcus (Twitter: )

    Ich denke man muss bei Kalle und Uli ein wenig differenzieren, und überlegen weshalb sie so auf den Putz hauen!

    Für wirklich schlechte Verlierer halte ich beide nicht. Das jetzt an den Tag gelegte Verhalten ist für jeden, der nicht nur ein Gedächtnis von 12 bis Mittag hat, ein altbekanntes Strickmuster!

    Beide wissen, was die !!komplette!! Mannschaft da für einen Murks zusammengespielt hat und das sie aber so richtig vorgeführt wurde(n). Und in solchen Fällen ist es üblich, das sie dann nicht die eigene Mannschaft über den Haufen kritisieren, sondern den Gegner auf die Hörner nehmen.

    Zumal es ja – wie erwähnt – nicht nur zwei oder drei Spieler waren, die völlig von der Rolle waren – und die man mal eben so hätte kritisieren können, sondern die ganze Elf neben sich gestanden hat.

    Auf deutsch gesagt: die beiden versuchen damit eigentlich nur – und das passiert wie erwähnt nicht zum ersten Mal, den Druck aus dem Kessel zu nehmen, dem die Spieler vor allem Seitens der (Münchener) Medien nach so einem Grottenkick ausgesetzt sind.

    Das das intern völlig anders abgeht, und die sich da sehr wahrscheinlich jeden einzelnen aber so richtig vorknöpfen, ich glaube darüber brauchen wir uns nicht zu unterhalten.

    Aber sicher auch nicht darüber, das es normal ist das sich die Öffentlichkeit darüber dann wieder echauffiert.

    Alle beim FCB wissen, das Hannover keine Laufkundschaft (mehr) ist, die man im vorbeigehen mal eben so mit x:0 nach Hause schickt.

    Und das die Szene die zur Roten Karte für Boateng geführt hat, von allen Beteiligten durchaus unterschiedlich bewertet wird, ist doch völlig normal. Da hätten sich auch ein Klopp / Watzke vom BVB oder ein Kurz / Kuntz vom FCK dermaßen drüber aufgeregt.

    Nur: hätte dann irgendwer von Selbstherrlich oder Arrogant geredet?

    Wohl kaum!

    Auch von dieser Seite aus glaube ich daher, das das eher weniger mit Arroganz oder Selbstherrlichkeit zu tun hat, sondern einfach mit der Absicht zu verhindern, das der Druck auf die eigenen Spieler zu sehr ausufert und sie zu sehr in der Luft auseinandergenommen werden.

    1. Markus (Twitter: ) (Beitrag Autor)

      Klar ist das ein altbekanntes Muster, immer wenn der der große FC Bayern verliert, wird ein Schuldiger gesucht. Ist doch klar, weil man hat ja selbst alles richtig gemacht, weil man ist ja unfehlbar.

      Dass die Mannschaft am Sonntag totalen Murks gebaut hat, ist 100%ig richtig. Richtig ist auch, dass es da in München richtig Medienschelte gibt (ohne jetzt eine münchener Zeitung gelesen zu haben). Und dass die Mannschaft Stoff von Trainer und Vorstand bekommt, ist auch klar.

      Ob sich da ein Rummenigge und Höneß aufregen, oder ob das Gespann andere Namen hat, tut da nichts zur Sache. Ich persönlich finde es immer Scheiße, die Schuld für das eigene Versagen bei anderen zu suchen. Auch, wenn das von Stevens/Heldt/Tönnies kommen sollte, von denen man allerdings doch eher sachliche Kommentare gewohnt ist.

      Ich will den Bajuwaren aber mal zu Gute halten, dass die Emotionen direkt nach dem Schlusspfiff eh noch nicht so unter Kontrolle sind, wie vielleicht 2 Stunden später, oder am nächsten Tag.

      Und für arrogant halte ich die Bayern (also den Fußballverein FC Bayern München, nicht die Bayern an sich :!:) trotzdem. Die gehen allermeistens mit der Einstellung auf den Platz, dass sie eigentlich gar nicht antreten bräuchten, um die 3 Punkte mitzunehmen. Die haben schon vorm Anpfiff gewonnen. Aber das ist meine persönliche Wahrnehmung…

      1. Marcus (Twitter: )

        Gut, etwas hochnäsig ist der Verein FC Bayern München durchaus.

        Aber wer wäre das nicht mit über 20 nationalen Erfolgen, von DFB-Pokal und Co gar nicht erst zu reden!

        Stolz geht eben meist auch mit (etwas!?) Hochnäsigkeit einher.

  2. Fankultur Blogger (Twitter: )

    Viel schlimmer als dieses taktische Genöle von Rummenigge und Hoeneß ist ja die Tatsache, dass ihnen immer und immer wieder eine Plattform dafür geboten wird. Und das sogar von den öffentlich-rechtlichen Sendern. Einfach nur beschämend.

    1. Marcus (Twitter: )

      Ich glaube, das es egal ist, ob öffentlich-rechtlich oder privat! Das einzige, was beide unterscheidet, ist die Art wie sie es aufziehen. Und da sind die Privaten (noch) schlimmer als die beiden Gebührensender!

      Abgesehen davon: Du schreibst, es wäre beschämend, das die ÖR denen immer wieder eine Plattform bieten.

      Was ist denn die Aufgabe der ÖR? Wegzuschauen, wenn so etwas passiert? Und das nur, weil es die Bayern sind? Dann würde (wieder) gemeckert werden, wozu man eigentlich Gebühren zahlt, wenn man von denen nicht mal über solche Sachen informiert würde

      Und zudem: bieten Bild & Co. den Bayern und anderen Klubs, wie z. B. S04, BVB, den Bremern oder der Hertha keine solche Plattform?

      Vielleicht irre ich mich. Aber zu Assauers Zeiten war zumindest die Bild nicht weit weg, wenn der wieder (s)einen Tobsuchtsanfall bekommen hat und sich von wem auch immer verschaukelt fühlte.

      Und auch darüber haben die ÖR sicher berichtet. Nur, die Bayern sind eben des deutschen Fußball-Fans Feindbild Nr. 1. Und daher ist das Echo natürlich umso heftiger!

      Denn vor allem bezüglich dieses Vereins sind die Fans ja auch ziemlich dement: Hätten wir die Bayern nicht, gäbe es vielleicht nicht regelmäßig den gleichen Meister. Aber dann sähe es mit der Liga im europäischen Fussball noch bescheidener aus als es in den letzten Jahren der Fall war.

  3. Fankultur Blogger (Twitter: )

    „Ich glaube, das es egal ist, ob öffentlich-rechtlich oder privat! Das einzige, was beide unterscheidet, ist die Art wie sie es aufziehen. Und da sind die Privaten (noch) schlimmer als die beiden Gebührensender!“

    Stimmt schon, aber die zwingen mich wenigstens nicht, Gebühren zu zahlen. Und natürlich kommen auch die Verantwortlichen anderer Großklubs zu Wort. Aber gerade bei Rummenigge ist es so, dass scheinbar an jedem Flughafen Europas ein Kamerateam darauf wartet, dass die Schande von Lippstadt irgendeinen Blödsinn ins Mikro radebrecht. Das nervt.

    1. Marcus (Twitter: )

      Nun ja! Wenn die Klubs – egal welcher – auf Reisen gehen, dann hängen sky, sport1, BR, WDR, N24 und Co. ja nun mal an den Hacken und wollen hören, wie bombastisch gut drauf die Mannschaft(en) ist, oder wie beschissen die Stimmung ist und das man ja nun erwartet, das die jeweilige Elf zeigt, das sie es dann besser kann.

      Wenn sie dann wieder an den Kameras vorbeirennen, und das in den jeweiligen Sportsendungen gezeigt wird, würde es wieder heißten ‚beleidigt weil sie verloren haben‘ oder ‚überheblich weil gewonnen‘.

      Man kann’s – vor allem im Hinblick auf die Münchener – nun mal keinem Recht machen. Halten Sie den Sabbel, gelten Sie als arrogant oder beleidigte Leberwurst, sagen sie was, ist’s das selbe nur mit Ton!

      1. Fankultur Blogger (Twitter: )

        Man kann’s – vor allem im Hinblick auf die Münchener – nun mal keinem Recht machen. Halten Sie den Sabbel, gelten Sie als arrogant oder beleidigte Leberwurst, sagen sie was, ist’s das selbe nur mit Ton!

        Das ist Quatsch. Ich kenne niemanden, der sich darüber beschweren würde, wenn er weniger aus und über München hört.

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