Protestaktion gegen Reviewerwillkür

Geocaching Header, Foto: Cowboy of Bottrop, CC-by-sa 3.0 de
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In letzter Zeit häufen sich Aktionen der Reviewer auf gc.com, die mal einfach ohne Rücksprache teils erstklassige Caches ins Archiv schicken. Jetzt ist das Fass übergelaufen, und der Tropfen war unser allseits beliebter Eigengott…

Der will nämlich Fotos erhalten haben, die belegen, dass 2 Stationen eines sehr guten Caches mit Schrauben an lebenden Bäumen befestigt seinen. Das war ihm Anlass genug, ohne Rücksprache mit dem Owner (den ich zu meinen Freunden zähle) zu halten den Cache ins Archiv zu kippen. Die angeblichen Fotos hat auch niemand weiter zu Gesicht bekommen, und eine Stellungnahme seiner Gottheit war auch nicht zu bekommen. Und bei dem Cache waren alle Stationen vom zuständigen Förster abgesegnet, also können die Schrauben im Baum nicht so schlimm gewesen sein. Dazu gibt es auch wohl keinen Beweis dafür, dass diese angeblichen Fotos auch tatsächlich vom jetzt archivierten Cache stammen.

Heute früh bekam ich dann zwei MMS von einem anderen bekannten Cacher, der mich auf den Sachverhalt aufmerksam machte. Gleichzeitig wies er auf eine Protestaktion hin, die es auch auf Facebook und Google+ zu Events gebracht hat: Möglichst viele Cacher sollen morgen ihre eigenen Caches für 10 Tage deaktivieren, und dabei folgenden Text ins Disable-Log schreiben:

Aus Solidarität, gegen Reviewerwillkür!!

Gute Caches, von denen es nicht mehr viele gibt, werden archiviert, obwohl Genehmigungen vorliegen? Und jeder Powertrail darf Bestand haben, auch wenn PETling-Halterungen in Bäume und Zäune geschraubt sind? Wie soll es weitergehen, Groundspeak?

Offizielle Beschwerden bei Groundspeak werden mit Schulterklopfen an Reviewer abgewiesen? Wofür gibt es euch?

Wir setzten ein Zeichen! Wir lassen nicht alles mit uns machen! Ihr solltet euch vielleicht lieber um die Leute kümmern, die euer Unternehmen mit dem Legen von Caches am Leben halten, und nicht euren Reviewern auf die Schultern klopfen und alles für gut befinden.

Macht mit und setzt ein Zeichen. Gute Caches wird es bald nicht mehr geben. Kaum einer hat noch Lust Zeit und Geld zu investieren wenn die Möglichkeiten so einfach sind die Caches im Archiv verschwinden zu lassen!

Nun kann man davon halten was man will, und die Diskussionen sind teils hitzig. Aber ich finde diese Aktion gut, meine Caches sind geschlossen. Dabei geht es nicht speziell gegen Eigengott, sondern gegen die Gilde der Reviewer im Allgemeinen und gegen Groundspeak, die den Reviewern bei ihren willkürlichen Archivierungen auch noch den Rücken stärken.

Schade eigentlich, dass ich gerade erst meine Premium-Mitgliedschaft für ein weiteres Jahr verlängert habe. Sonst würde ich der Plattform heute noch den Rücken kehren, und mit nur noch bei oc.de rumtreiben. Meine Caches sind zwar dort auch gelistet, aber allzu viele Dosen hier in der Nähe gibt es da nicht. Es wird Zeit, dass die alternative und vor allem offene Plattform mehr Zulauf und damit auch mehr Dosen bekommt.

Na mal abwarten, ob und wie Groundspeak reagiert. Die wollen unsere Kohle haben, aber lassen es zu, dass ein paar selbstherrliche Reviewer uns den Spaß verderben.

Aber ebenso klar ist: Es sind nicht alle Reviewer solche Spielverderber! Mit den meisten kann man reden, und findet gemeinsam sehr häufig Lösungen für die meisten Probleme. Wenn ich aber einen Cacher ärgern will, wende ich mich an Eigengott & Co…

Keep it Country, Markus

13 Kommentare

  1. Markus (Twitter: )

    Ich finde die Aktion reichlich übertrieben.

    1. Markus (Twitter: ) (Beitrag Autor)

      Deine Meinung. Ich finde die Reaktion mancher Reviewer ebenso übertrieben.

  2. DieFel (Twitter: )

    Ich befürchte, das wird den Eigengott nicht aufhalten. Er hat nun die Aufmerksamkeit, die er sich so sehr wünsch und ist (aus seiner Sicht) auf dem richtigen Weg.
    Ich kenne da ein paar bessere Möglichkeiten, aber die sind alle nicht legal ;-)

    1. Markus (Twitter: ) (Beitrag Autor)

      Na ja, in seiner Gegend hängen die Äste sicher erstaunlich tief. Möglicherweise sind die Äste auch viereckig oder haben Griffstücke. *unschuldig pfeif*

      Aber nochmal: Die Aktion richtet sich nicht allein gegen Eigengott, sondern gegen Reviewerwillkür im Allgemeinen und gegen Groundspeak.

  3. Pingback: Clanfamily

  4. diggido

    Hi,
    das mit dem disablen aus Solidarität ist eine gute Sache, wird die reviewer aber wenig jucken.
    Ich denke mal wenn jeder cacher von uns in kurzer Zeit möglichst viele neue Caches anlegt und einreicht, haben die Herren zu viel zu tun um auf komische Gedanken zu kommen.
    Bürokraten müssen beschäftigt sein, sonst sind sie nicht zufrieden!

    1. Markus (Twitter: ) (Beitrag Autor)

      Mag sein, dass es die Reviewer nicht juckt, da gehe ich sogar von aus. Aber viele der jetzt disabled Caches sind nun auch auf opencaching.de gelistet worden, und damit kann man Groundspeak packen. Denn wenn die Konkurrenzplattformen durch mehr Caches attraktiver werden, könnte Groundspeak die zahlende Kundschaft weglaufen. Dann werden die Jungs aus Seattle schon verstärkt auf die Reviewer achten und ihnen auch mal auf die Finger statt auf die Schulter klopfen.

      Das Problem mit den mehr Caches einreichen ist, dass es in vielen Gegenden keinen Platz dafür gibt. Und Virtuals gibt’s ja nicht mehr. ;)

  5. Atti

    Ich cache inzwischen seit 5 Jahren und habe in der ganzen Zeit mit Eigengott noch keine Probleme gehabt.
    Ich finde ihn fair und man kann mit ihm reden (zumindest war das bisher so).
    Es mag sein, daß das Verhalten hier vielleicht undiplomatisch war, aber angesichts des Naturdenkmalschildes (Fake? Oder echt?), hinter dem hier geschraubt war, kann ich diese undiplomatische Reaktion tatsächlich nachvollziehen. Wir sind alle nur Menschen und machen Fehler – das gilt auch für Reviewer.

    Nachvollziehbarere Prozesse und Regelauslegungen wären aber möglicherweise für alle Seiten gut und sollten nicht unbedingt an einem einzigen Reviewer festgemacht werden.

    Atti

    1. Markus (Twitter: ) (Beitrag Autor)

      Nochmal: Es geht nicht explizit um oder gegen Eigengott!

      Ich kenne einen Fall einer Bekannten, die einen Cache nur zur Voranfrage von Abstandsproblemen eingereicht hat. Der sollte noch gar nicht freigeschaltet werden. Irgendwas hat dem Reviewer daran nicht gefallen, und der hat den Cache direkt ins Archiv geschoben. Ohne mit der Ownerin Kontakt aufzunehmen, und ohne groß ne Begründung dafür anzugeben.

      Ich weiß jetzt nur nicht, ob das auch der Herr Eigengott war, oder ein anderer Reviewer. Aber wie gesagt, Die Protestaktion heißt ja auch gegen Reviewerwillkür, nicht gegen Eigengottwillkür. Dafür wäre es in der Tat überzogen…

  6. Hans Herrmann

    Ich bin durch einen Freund auf diesen Blog aufmerksam gemacht worden und möchte – wider besseren Wissens – ein paar Kommentare ablassen:
    Zum einen finde ich nicht gut, dass der Reviewer beim Namen genannt wird. Wenn es nicht darum geht, ihn hier vorzuführen, sondern die allgemeine Entwicklung aufzuhalten, dann ginge es auch ohne einen Namen und/oder einen konkreten Fall dazulegen.
    Dann frage ich mich, was man von den Reviewern erwarten soll!?
    Vorweg: ich bin kein Reviewer und weiß auch nicht, ob ich es mir antun würde! Aber: Meine Erfahrung mit Cacheownern ist die, dass diese – wenn es um eine rechtlich zweifelhafte Aktion geht – lügen, wie es nur geht! Da wird behauptet, das das Betreten erlaubt wäre, dass es Abstimmungen/Genehmigungen vom Grundstückseigentümer gäbe etc.pp.
    Gerade gestern sind wir an einem Gelände angekommen, an dem alle 5 m ein „Betreten verboten“-Schild hing und der Cache – es ist ja soooo toll Owner eines LPC zu sein – auf dem Gelände einer geschlossenen Diabetesklinik liegt. Wie kann so ein Cache freigeschaltet werden? Bzw. warum ist dieser frei geschaltet worden? Doch sicher deshalb, weil die Cacheownerin behauptet hat, dass das Betreten erlaubt sei! Vielleicht standen sogar anfänglich keine Schilder dort. Aber mal ehrlich: in der heutigen Zeit kann man so einen Cache wirklich nicht mehr machen, zumal das Gelände nicht irgendwo abseits liegt, sondern direkt im Ort!
    Solche Caches machen das Spiel über kurz oder lang kaputt! Die Zeiten, in denen man auch rechtlich fragwürdige Caches auslegen konnte sind schon lange vorbei! Dazu spielen viel zu viele mit und die „offiziellen Stellen“ wissen bescheid!
    Daher halte ich auch nichts davon, die Plattform komplett zu wechseln. Zumindest nicht aus diesem Grunde, denn evtl. sind ja wirklich die Revieweraktionen ein gewisser Qualitätserhaltungs“faktor“!????
    Solange ich nicht beide Seiten gehört habe und einschätzen kann, was an der Aktion richtig oder falsch war, würde ich diese Aktionen nicht unterstützen.
    Eine Aktion:“Stopp den Powertrails“ oder „Stopp den lieblosen Tradis mit dem Listingtext „…dies ist mein erster Cache…“ bzw. „…. bin hier vorbeigekommen und habe gedacht, hier gehört ….“ oder „…um die Cachedichte zu erhöhen…“ etc.pp. Da wäre ich vielleicht noch bereit zu!

    1. Markus (Twitter: ) (Beitrag Autor)

      Hallo Hans,

      zunächst mal möchte ich Dir für Deinen ausführlichen Kommentar danken, das gibt es leider viel zu selten.

      Das der Reviewer hier namentlich erwähnt wird hängt sicher damit zusammen, dass er den letzten Tropfen in das Fass gekippt und es damit zum Überlaufen gebracht hat. Aber ich gebe Dir Recht, es nicht wirklich glücklich so.

      Dann frage ich mich, was man von den Reviewern erwarten soll!?

      Tja, ich würde sagen: Fairen Umgang mit den Ownern. Man soll mit ihnen fair umgehen, dann müssen sie auch fair mit den Ownern umgehen.

      Sicher wird es nicht wenige Owner geben, die lügen, dass sich die Balken biegen, nur einen Cache freigeschaltet zu bekommen. Mir sind solche Fälle auch bekannt, und da scheue ich micht nicht, einen SBA zu loggen. Auf den Statistikpunkt für einen möglichen Fund verzichte ich in solchen Fällen gerne, denn es ist leider auch eine Unart bei vielen Cachern geworden, den Punkt mitzunehmen, und dann SBA zu loggen. Aber das ist ein andere Thema.

      Bei dem Cache, der in den Events auf FB und G+ erwähnt wird, kann ich mich aber verbürgen, dass da alles OK und mit dem zuständigen Förster abgesprochen war. Ich kenne den Cache und den Owner recht gut, und der Cache lag dort schon einige Jahre. Ich habe da eher den Verdacht, dass ein anderer Cacher unbedingt das Gelände für einen eigenen Cache haben will. Und wenn man einen bestehenden Cache unbedingt aus dem Weg haben will, schreibt man bestimmte Reviewer an, die gerne kurzen Prozess machen. Aber wie gesagt, das ist nur ein Verdacht, aber wir werden ja sehen, ob es in den nächsten Wochen einen neuen Cache auf genau diesem Gelände gibt.

      Ein Statement von Eigengott soll es im blauen Forum geben, nur habe ich das aus Totalverweigerung dem Forum gegenüber nicht gelesen.

      Eine Aktion:“Stopp den Powertrails“ oder “Stopp den lieblosen Tradis mit dem Listingtext “…dies ist mein erster Cache…“ bzw. “…. bin hier vorbeigekommen und habe gedacht, hier gehört ….“ oder “…um die Cachedichte zu erhöhen…“ etc.pp. Da wäre ich vielleicht noch bereit zu!

      Da bin ich wieder 100%ig bei Dir.

  7. Pingback: Tschüss Groundspeak | Cowboy of Bottrop

  8. Pingback: Mein Gott Geocacher | Wie jetzt?!? Warum dass denn???

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