Das Auto wird ne Großbaustelle

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Eigentlich wollte ich in einer Woche mit dem Omega in Urlaub fahren, aber ich sehe mich schon im Corsa sitzen. :-( Der Omega hat noch keinen TÜV, und da wird noch was zu investieren sein…

Opel Omega B Caravan

Die Baustelle Auto (Bild: Chris Bloch)

Ich habe das Auto am 7. Juli bei meinem Bruder abgeholt. Nach seiner Aussage mit ein paar Mängeln und ohne TÜV. Machte vorne 2 neue Reifen drauf, wechselst links die Spurstange und lässt die Achse einstellen. Vielleicht noch die Handbremse was nachstellen, dann geht der übern TÜV. Das war die Aussage, die ich von meinem Bruder bekommen habe.

Die Wahrheit: Nach einer ersten Schätzung eines Kollegen, der im Gegensatz zu mir Ahnung davon hat, sind etwa 1000 € (in Worten: Eintausend Euro) zu investieren, um die Kiste wieder in einen verkehrssicheren Zustand zu bekommen. Wobei hier von Neuteilen ausgegangen wird.

Als erstes wäre da die Bremsanlage: Alle 4 Bremsscheiben waren am Ende und mussten gewechselt werden, die Bremsbeläge vorne waren beinahe nicht mehr vorhanden. Hinten waren noch relativ neue Beläge eingebaut, das war an der Bremse auch der einzige Lichtblick. Ich habe bei eBay einen kompletten Satz inkl. Bremsbacken für die Handbremse und Kleinteilen für 150 € zzgl. Fracht bekommen. Sicherlich keine Erstausrüsterqualität, aber erstmal wieder ne funktionierende Bremse.

Beim Wechsel der Bremsanlage zeigte sich dann, dass auf den Handbremsbacken kein Belag mehr vorhanden war. Aber die sollten ja eh neu gemacht werden, nur wunderte mich da die Aussage meines Bruders, dass die Handbremse „nen bissken nachgestellt“ werden müsste. Seine Ausrede, als ich ihn darauf ansprach: Er hätte die Handbremse nie benutzt, deswegen hätte er das nicht bemerkt. Dafür war die Handbremse aber unter dem Wagenboden, über der Kardanwelle, die Schraube am Bremsseil so etwa 3 cm nachgezogen. Man kann noch sehen, wo die Mutter mal saß, aber da braucht man Spezialwerkzeug für. Somit fährt der Omega nach dem Bremsenwechsel mit angezogener Handbremse, der Hebel zwischen den Sitzen lässt sich mit Gewalt eine Raste ziehen, mehr nicht. Die Schraube unterm Wagen muss wieder gelöst werden.

Gesehen habe ich die Schraube, als das Auto zur Achsvermessung auf der Hebebühne war. Das war nötig, weil der Wechsel der Spurstangen links und rechts beim Bremsenwechsel gleich miterledigt wurde. Die Spurstangen hatte mein Bruder immerhin schon besorgt und in den Kofferraum gelegt, die Reifen vorne hatte ich bereits wechseln lassen. 2 gebrauchte Reifen fürs erste für zusammen 80 €. Nur hatte der Reifenhändler, bei dem ich zur Achsvermessung war, auch nicht das nötige Werkzeug, um die Schraube der Handbremse zu lösen. Ich hatte auch den Eindruck, er hatte auch nicht die Lust, es zu versuchen. Für das Einstellen der Achse hat er mit 45 € abgenommen.

Alufelge Vectra C

Die Vectra-Felge sieht auf dem Omega zwar gut aus, ist aber unzulässig

Noch mal zur Bremse an der Vorderachse: Der Bremssattel links war durch die extreme Abnutzung der Bremse so weit rausgedrückt, dass der Kolben vom Radbremszylinder sich nur unter massivem Kraftaufwand zurück drücken ließ. Die beiden kleinen Kolben für den Schwimmsattel, die am Halter sitzen, ließen sich gar nicht mehr gängig machen. Ich habe also in der Bucht noch einen gebrauchten Bremssattel für 17 € inkl. Versand geschossen, den ich inzwischen auch noch eingebaut habe. Ein generalüberholter Bremssattel kostet in der Bucht mal eben 200 Mäuse, der Schrotter hier um die Ecke wollte 40 Taler sehen.

Bei der Probefahrt zeigt sich, dass die Kiste beim Bremsen noch immer nach links zieht. Außerdem klappert vorne rechts noch was. Da habe ich gesehen, dass das Achsschenkellager komplett aus einem ausgefransten Gummi besteht. So sollte es nicht aussehen. Laut meinem Bruder wären die Lager aber gemacht worden. Das einzige, was in Sachen Vorderachse neu war, waren die Koppelstangen. Ich werde also die Querlenker auch noch austauschen müssen, denn ein eingepresstes Lager kann ich auch nicht wechseln und wüsste auch keinen, der das für mich erledigen könnte. Aber bevor die Querlenker abgehakt sind, brauche ich auch nicht beim TÜV vorfahren. Da fängt das Paar in der Bucht bei etwa 60 € an, und eingebaut werden müssen die Dinger dann auch noch. Dazu dürfte anschließend eine neue Achvermessung kommen… :-/

Gleiches gilt für den Abgaskrümmer. Der ist undicht, das sagt auch jeder, der sich den Wagen bisher angesehen und angehört hat. So ein Krümmer kostet auch noch mal ab ca. 100 €, und ich hab keine Ahnung, was ich dann am Motor alles abschrauben muss. Zudem muss ich erstmal herausfinden, ob die Blechkiste Abgasrückführung (AGR) hat, oder nicht. Bei dem Modell gibt es beide Varianten… Zudem fehlen am Auspuff, der ab Kat neu ist, einige Befestigungsgummis. So hängt der in der Mitte durch und hebt das Endrohr unter sie Kunststoffschürze des Stoßfängers hinten, so dass dieser schon zum Teil geschmolzen auf dem Auspuff klebt. Hier ist also auch noch Nachbesserung angesagt, ein Befestigungssatz kostet etwa 12 €.

Die nächste Baustelle sind die Räder. Die 17-Zöller, die hier montiert sind, haben keine Zulassung für den Omega. 7Jx17 ET 41 darf ich auf diesem Auto nicht fahren, maximal ET 39 ist hier zugelassen, wie dem Umrüstkatalog zu entnehmen ist. Die Felgen sind für einen Opel Vectra C, und in der Bucht gibt es da ein Angebot von über 400 € für 4 gebrauchte Felgen. Die haben nicht ganz so viele Bordsteinschäden, dafür aber auch keine Reifen. Also werde ich die Dinger wohl auch bei eBay verkloppen und mir für den Erlös was Passendes kaufen. Solange hab ich noch einen Satz 15-Zöller im Keller liegen. Auch Alus, aber mit Winterreifen. Und weil die vorm Winter auch noch erneuert werden müssen, überlege ich, Ganzjahresreifen aufziehen zu lassen. Interessanterweise entnehme ich dem Umrüstkatalog, dass ich bei dem 2-Liter 16-Ventiler (Motorcode X20XEV) maximal 16 Zoll fahren darf, 17-Zöller sind demnach nur bei den größeren Motoren am 2,5 Liter erlaubt. Warum? Das mag sich mir nicht erschließen, zumal ich in diversen Foren auch von bis zu 20 Zoll bei der 2-Liter-Maschine gelesen habe. Das dürfte aber nicht ohne Anpassungen am Fahrzeug gehen… :-/

DEPO Scheinwerfer

Die neuen Scheinwerfer, hier der Linke

Ab dem Modelljahr 1998, hier zählt meine Baustelle zu einem der ersten Autos, sind Klarglasscheinwerfer Serienausstattung. Die Kunststoffscheiben der Scheinwerfer sahen jedoch aus, als ob die mit Verdünnung gereinigt worden wären. Mein Bruder hat das Auto mit der Spraydose mattschwarz lackiert und ich tippe mal auf unsauberes Arbeiten. Da wird Sprühnebel auf den Scheinwerfern gewesen sein, so wie es auch bei den Rückleuchten und einigen Scheiben der Fall ist. Anyway, die Lampen mussten raus, sonst meckert der TÜV. Bei eBay habe ich für 55,51 ein paar Scheinwerfer ersteigert, die über ein schwarzes Innengehäuse verfügen. Sieht auf dem schwarzen Auto gut aus. Eingebaut hab ich die selbst, fürs Einstellen in der Werkstatt um die Ecke habe ich nen Zehner für die Kaffeekasse gegeben.

Andere Kleinigkeiten, die nicht TÜV-relevant sein dürften, mich aber persönlich gestört haben, sind inzwischen auch instand gesetzt oder ausgetauscht. Das Aufwändigste dabei war wohl der Stellmotor für die Zentralverriegelung in der Fahrertür. Beim Opel muss dafür das komplette Schloss ausgebaut werden und ohne Anleitung musste ich mir die Lösung auch erst mal suchen. Jetzt funktioniert die ZV aber wieder komplett über die Fernbedienung im Schlüssel und damit auch die Komfortschließung. Die sorgt dafür, dass vergessene Fenster beim Verriegeln des Autos geschlossen werden. (Hätte dieses Auto ein Schiebedach, würde auch das von der KS angesteuert.) Der Stellmotor selbst hat mich in der Bucht 21,50 € gekostet, zzgl. Versand.

Nen glatten Fünfer plus Fracht habe ich für einen neuen Schalter für den Fensterheber hinten links ausgegeben. Wo der hätte sein sollen, war bei Abholung des Autos nur ein Loch in der Türpappe. Den hab ich ausgebaut, der hatte nen Kurzschluss, sagte mein Bruder, als ich ihn darauf ansprach. Wenn er ihn findet, will er ihn mir geben. Aber ich war schneller, ich hab ihn gefunden…
Als ich den Ersatz einbauen wollte, fand ich den Schalter in der Tür liegend. Angeschlossen. Und funktionsfähig. So viel zum Thema, der hat nen Kurzschluss. Das Geld für den Ersatzschalter war vergebens, der Schalter liegt jetzt hier rum. Soll ich den als Reseve halten, oder wieder verticken?

Schalter ist ein Stichwort: 2 Schalter in der Mittelkonsole habe ich noch ausgewechselt. Am Schalter für die Umluftklappe funktionierte die Kontrolllampe nicht. Ich musste als raten, ob die Lüftung gerade auf Umluft oder auf Außenluft steht. Und der Schalter für die Warnblinkanlage hatte gar keine Beleuchtung mehr. Weder Nacht-, noch Kontrollleuchte schimmerten hier. Da ich schon von TÜV-Prüfern gehört habe, die gerade einen im Dunkeln nicht beleuchteten Warnblinkschalter als Mangel werteten, hab ich den auch ausgetauscht. Beide zusammen schlagen mit ca. 20 € zu Buche.

Da wirken 1 € für den Ersatz der fehlenden Abdeckung des dritten Bremslichts oder 2 € für nen Wagenheber lächerlich. Wobei sich mir die Frage stellt, wieso in der Karre kein Wagenheber war… :-/

Weiterhin muss ich noch feststellen, wo der Motor Öl verliert und die Undichtigkeit beseitigen. Und eine Wartung der Klimaanlage steht an. Die Kühlleistung ist hier nämlich gleich Null, da wird kein Kältemittel mehr drin sein. Da das aber auch als Schmiermittel für den Klima-Kompressor fungiert, sollten die etwa 60 € schnellstmöglich ausgegeben werden. Bevor noch 130 € für nen neuen Kompressor dazu kommen…

Ihr seht also, es geht voran, eine Menge ist schon getan, aber es ist auch noch viel zu tun…

Keep it Country, Markus

6 Kommentare

  1. Hans (Twitter: )

    Meine Fresse, an dem Auto hätte ich jetzt schon keinen Bock mehr. Da ist ja fast eine Rundumerneuerung fällig…
    Was die Klimaanlage betrifft. Wenn da wirklich keine Leistung mehr ist, dann dürfte wohl wirklich nichts mehr drin sein. Und wenn nichts mehr drin ist, dann ist mit fast 99%iger Sicherheit etwas undicht und der Verdichter/Kompressor dürfte dann auch platt sein.
    Ich drücke trotzdem die Däumchen das ich Unrecht habe…

    1. Markus (Twitter: ) (Beitrag Autor)

      Na ja, dass an einem alten Auto (EZ 9/1997) immer was zu tun ist, war mir vorher klar. Allerdings hab ich nicht damit gerechnet, für eine TÜV-Abnahme so viel investieren zu müssen… :-/

      Wenn ich einen Klimaanlagenservice machen lasse, wird die Anlage ja neu befüllt und dann abgedrückt, also auf Dichtigkeit geprüft. Dann sehen wir ja, was Sache ist…

  2. tom

    Alte Autos sind immer so ne Sache. Entweder hat man Glück oder die Karre hat jeden Tag was anderes. Wen ich mal die ganzen investitionen zusammen rechnen würde wäre da bei mir auch schon ein kleiner Neuwagen drin gewesen. :-D

    1. Markus (Twitter: ) (Beitrag Autor)

      Das ist wohl so. Aber für einen Neuwagen in der Größe reichts dann doch nicht. Der Omega Caravan war seinerzeit der zweitgrößte Kombi am Markt, nur in die Mercedes E-Klasse passte noch ein Koffer mehr. Also für Familie mit Hund schon genau das Richtige und trotz der Reparaturen noch günstig, zumal ich die meisten Arbeiten selber zusammen mit Freunden mache.

  3. Fabian

    Gebrauchte Autos zu kaufen ist sowieso immer so eine Wundertüte, denn auch wenn jemand beim Kauf dabei ist, der wirklich Ahnung hat, kann auf den ersten Blick immer nur direkte Mängel feststellen.
    Ich habe mir mal einen gebrauchten Corsa gekauft und dann waren da nachher Sachen kaputt, die man so gar nicht sehen konnte – sowas ist dann immer doppelt bitter, wenn sowieso noch was am Auto gemacht werden muss.

    1. Markus (Twitter: ) (Beitrag Autor)

      Na ja, da muss man immer mit rechnen. Wenn ich aber sone Karre vom eigenen Bruder kaufe, dann sollte man sich auf seine Angaben eigentlich verlassen können. Das ist hier leider nicht der Fall… :-(

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