eGK mit Passfoto – warum?

Foto: Siegfried Fries / pixelio.de
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Ich habe zum wiederholten Male von meiner Krankenkasse, der „BIG direkt gesund“, eine Mahnung bekommen. Meine Frau und ich sollen doch endlich ein Lichtbild einsenden, damit uns die neue, elektronische Gesundheitskarte (eGK) ausgestellt werden kann.

Ich habe nun eine Mail an die BIG geschickt, in der ich erkläre, dass meine Frau und ich uns weigern, ein Passfoto einzusenden, weil schlicht und ergreifend die gesetzliche Grundlage dafür fehlt. Die Antwort kam postwendend…

Laut § 291a SGB V soll jeder Versicherte ab 15 Jahren eine eGK mit Foto bekommen, daher könne man uns ohne ein Lichtbild keine eGK ausstellen. So zumindest die Aussage des BIG. Zudem wollte man mit doch tatsächlich die „Vorteile“ der eGK schmackhaft machen. Vorteile für die Kassen, wohlgemerkt, die ich als Versicherter bezahlen soll.

Guy-Fawkes-Maske

Guy-Fawkes-Maske, Foto: Richard Huber, Lizenz: CC-BY-SA 3.0

Wenn man sich aber nun den Gesetzestext aus § 291a SGB 5 einmal durchliest wird man feststellen, dass dort an keiner Stelle von einem Lichtbild, Passfoto oder gleichbedeutendem Begriff die Rede ist. Ergo fehlt der Krankenkasse die gesetzliche Grundlage, von meiner Frau und mir Passfotos einzufordern, die wir am Ende auch noch selbst bezahlen müssten. Wobei ich schon mal kurz überlegt habe, einfach ein Foto mit Guy-Fawkes-Maske einzusenden 😀

Denn das ist wohl der nächste Knackpunkt: die Passfotos werden nicht überprüft. Klar, die Mitarbeiter der Krankenkasse wissen nicht, wie ich aussehe. Aber es findet ja noch nicht mal eine Plausibilitätsprüfung statt. Ich habe im Internet schon die eGK von Darth Vader gesehen, zumindest dem Foto nach. (Ob das ein Fake war oder nicht, vermag ich nicht zu prüfen.)

Jetzt mal zu den Vorteilen, die mir schmackhaft gemacht werden sollten:
Zu Beginn werde auf der eGK nichts anderes gespeichert sein, als auf der bisherigen Krankenverticherungskarte auch schon. Also Name, Wohnort und Geburtsdatum, dazu der Status (Vericherter oder mitversichert) und natürlich der Name der Kasse. Also schon mal kein Vorteil. Sehe ich auch bei den Karten meiner Kinder (beide noch keine 15 Jahre), die bereits seit einem Jahr die eGK haben.

Später soll ich dann selbst bestimmen dürfen, welche Daten zusätzlich auf der Karte gespeichert werden sollen. Lediglich einige Verwaltungsdaten seien verpflichtend. Wieder kein Vorteil gegenüber der bisherigen Versichertenkarte. Denn ich lasse keine sensiblen Daten auf einem Chip speichern, der potenziell unsicher ist und dazu noch von mir rumgeschleppt wird. Was, wenn ich die Brieftasche mit der Karte verliere? Ergo: Keine Daten, dann kann ich auch die alte Karte weiter nutzen.

Die Daten sollen angeblich besser geschützt sein, als die aktuelle Versichertenkarte. Die stünde ja schließlich auch in der Kritik des Bundesdatenschutzbeauftragten. Hmm… Welche Daten sind auf der Versichertenkarte noch gleich gespeichert? Ach ja, Name und Anschrift, aber keine Krankenakten…

Und schließlich üben die Krankenkassen mit der Behauptung Druck auf die Versicherten aus, dass die bisherige Versichertenkarte ab 2014 ungültig wird. Das ist schlichtweg eine Lüge, die dazu auch noch von der Presse ungehemmt verbreitet wird. Abgesehen davon, dass auf meiner Versichertenkarte steht, dass sie bis 10/17 gültig ist, darf ich damit auch im kommenden Jahr auf jeden Fall noch zum Arzt gehen. Selbst dann, wenn meine Versichertenkarte vor dem eigentlichen Ablauf per Gesetz für ungültig erklärt wird.

Also: bangemachen gilt nicht. Lasst Euch von den Kassen nicht einschüchtern. Dazu kommt, dass wir alle per Gesetz pflichtversichert sind und die Beiträge gleich vom Lohn/Gehalt einbehalten werden. Wenn mir die Kasse also wegen eines fehlenden Fotos die Leistung verweigert, gibts Ärger. Aber richtig.

Keep it Country, Markus

Bildquellen:
Headerbild: Siegfried Fries / pixelio.de

9 Kommentare

  1. Silberfish

    Moin!

    Ich habe den Versuch mit einem schon geshopten Foto mit Fawkes -Maske gemacht, kam zurück mit der Begründung das Foto sei unscharf 😉

    jetzt bis ich zur Zeit ohne gültigen Versicherungsnachweis, eine eCard ohne Foto möchte mir meine Kasse (DAK) auch nach ausführlicher Begründung nicht zuschicken.

    Da muss mein Hausarzt wohl durch und das Ersatzverfahren mit papiergebundenem Nachweis akzeptieren, bis die Kasse einknickt oder mich zu einem Wechsel in die Private zwingt. das wird dann zwar viel billiger für mich aber teuer für all die zwangsgesetzlich versicherten weil mein hoher Beitrag allen anderen fehlt… Die Kassen denken halt nicht nach.

    Grüße! und durchhalten!

    Papiergebundene Nachweise müssen akzeptiert werden!

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  2. egghat

    Interessant. Wie ist denn der aktuelle Stand?

    Hats du eine eGK, aber ohne Foto? Oder bist du einfach bei der alten geblieben?

    Antworten
    1. Markus (Twitter: ) (Beitrag Autor)

      Die KK hat mir keine eGK zugesandt. Bisher brauchte ich noch nicht zum Arzt, mal schauen, was dann passiert…

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  3. Devlin L.

    Der Artikel ist echt interessant! Weiter so bitte, ich lese doch so gern….

    Edit by Admin: geweblichen URL entfernt

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    1. Markus (Twitter: ) (Beitrag Autor)

      Wohin soll ich die Rechnung schicken?

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  4. Gucky (Twitter: )

    Wie ich schon woanders gelesen habe, machen die überall massiv Druck 😯
    Hauptsächlich mit der Behauptung, nächstes Jahr gelte die Karte nicht mehr.
    Ich habe gehört, das Foto soll dazu gut sein, dass der Karten”vorzeiger” auch der Versicherte ist.
    Man hörte von vielfachen Missbrauch. Einer versichert, 10 gingen mit der Karte zum Arzt.
    Besonders beliebt unter Asylanten und Obdachlosen.

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    1. Markus (Twitter: ) (Beitrag Autor)

      Ja, die üben Druck aus und die Presse lässt sich vor den Karren spannen…

      Klar, das ist der Grund für das Foto, geht aber am Ziel vorbei. Denn ich kann mich jederzeit mit meinem amtlichen Bundespersonalausweis als der rechtmäßige Inhaber der Karte ausweisen, sollten da Zweifel bestehen.

      Das Problem ist aber ein anderes, wenn man den Gerüchten so Glauben schenken darf. Demnach sind es ausländische Mitbürger, die kranke Kinder aus der Heimat kommen lassen und eigene auf Kosten der Krankenkassen behandeln lassen. Wie gesagt, Gerüchte, deren Wahrheitsgehalt ich nicht überprüfen kann. Und Kinder unter 15 Jahren haben eben kein Lichtbild auf der eGK.

      Aber wie dem auch sei, es gibt keine gesetzliche Grundlage zur Einforderung eines Fotos durch die Krankenkassen. Punkt.

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  5. Yvonne Blutsgeschwister

    Mitlerweile werden die Passfotos geprüft 😉
    Kenne jemanden der dort arbeitet und habe ihn gefragt und er meint die Zeit der Darth Vader Bilder darauf ist vorbei 😛
    Zu schade…aber danke für die Erinnerung, muss auch noch ein Passbild einschicken.

    LG Yvonne

    Edit by Admin: gewerblichen URL entfernt

    Antworten
    1. Markus (Twitter: ) (Beitrag Autor)

      Ich hab da andere Informationen, aber egal, ich werde keine Fotos einschicken. Warum, habe ich oben dargelegt… 😉

      Antworten

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