Bottrop und fahrradfreundlich?

Fahrrad Header, Bild: Cowboy of Bottrop, Lizenz: CC-by-sa 3.0 de
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Zeichen 138Der NRW-Verkehrsminister hat der Stadt Bottrop gestern Fußgänger- und Fahrradfreundlichkeit bescheinigt 1. Ich frage mich gerade, ob das wirklich ernst gemeint ist…

Wenn ich mir die Stadt aber mal so anschaue, da fühle ich mich als Radfahrer nur selten wohl. Entweder eignen sich die vorhandenen Radwege nur für Mountainbikes, da ist dann auch die Benutzungspflicht aufgehoben, oder sie sind einfach mit einem weißen Strich auf der Straße vom KFZ-Bereich abgetrennt. An diese Linie hält sich nur kaum einer, da muss man als Radfahrer unbedingt aufpassen, nicht umgenietet zu werden.

Nur wenige Radwege in der Stadt sind baulich, etwa durch einen Bordstein, vom KFZ-Bereich getrennt, da könnte man sich als Radfahrer auch sicher fühlen. Wären da nicht rücksichtslose Autofahrer, die den Radweg für einen Parkstreifen halten, oder Fußgänger, die die gesamte Wegesbreite aus Fuß- und Radweg für sich beanspruchen wollen.

NRW-Minister Michael Groschek (rechts) überreicht Oberbürgermeister Bernd Tischler die Urkunde als fahrradfreundliche Stadt. Bild: bottrop.de

NRW-Minister Michael Groschek (rechts) überreicht Oberbürgermeister Bernd Tischler die Urkunde als fahrradfreundliche Stadt. Bild: bottrop.de

Viele Straßen haben überhaupt keine Radwege, besonders hier im Süden der Stadt. Und wenn die Straßen dann auch noch von Schlaglöchern übersät sind und sich bei Regenwetter in Seenplatten verwandeln, muss man als Radfahrer Slalom fahren und läuft somit immer Gefahr, mit einem Auto zu kollidieren.

Da können auch die Radwege nicht drüber hinwegtäuschen, die entlang der renaturierten Emscher-Nebenläufe entstanden sind. Die sind nämlich gerne von den Hinterlassenschaften unserer vierbeinigen Freunde übersät. Gleiches gilt auch für den Emscher-Radweg, insbesondere in Ebel im Bereich der ehemaligen Kläranlage Bernemündung, dem heutigen Bernepark.

Auch eine teilweise Freigabe der innerstädtischen Fußgängerzone für Radfahrer kann nicht für die Auszeichnung zur fahrradfreundlichen Stadt bewirken. Im Gegenteil werden hierdurch die Fußgänger über Gebühr gefährdet.

Anyway, die Auszeichnung ist auf sechs Jahre befristet und wird dann durch die Arbeitsgemeinschaft fußgänger- und fahrradfreundlicher Städte in NRW (AGFS) aufs Neue geprüft. Ich bin gepannt…

Keep it Country, Markus

4 Kommentare

  1. Marcus (Twitter: )

    6 Jahre gilt die Auszeichnung?

    Na, dann könnt ihr Euch ja noch auf einiges gefasst machen! Denn warum soll(te) man in die Infrastruktur für Velos investieren, wo man es ja jetzt schwarz auf weiß hat, eine Fahrradfreundliche Stadt zu sein?

    1. Markus (Twitter: ) (Beitrag Autor)

      Das befürchte ich leider auch und setzte meine Hoffnung darauf, dass der Titel nach der nächsten Überprüfung in 6 Jahren wieder aberkannt wird.

  2. Pingback: Kuhlmann’s Surftipp: Cowboy of Bottrop – “Bottrop und fahrradfreundlich?” | Bottblog - Blog zum Ruhrmetropölchen Bottrop anne Emscher

  3. ein fahrradfahrer aus bottrop

    da kann ich mich auch nur marcus anschließen…..da könnt wir ja wirklich noch einiges erwarten

    Edit by Admin: gewerblichen URL entfernt

Kommentare sind geschlossen.

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