Gladbeck sträubt sich mal wieder

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Und zwar gegen den Ausbau der B244 zur A52. Das Land NRW sieht das als eines der wichtigsten Verkehrsprojekte überhaupt, die vom Ausbau auch betroffene Stadt Gladbeck will die Autobahn nicht.

Ende B224 / Anfang A52Bisher kommt die A52 von Düsseldorf und endet in Essen Frillendorf. Durch die Innenstadt kommt man dann auf die B224 nach Norden, vorbei am AK Essen Nord bis nach Gelsenkirchen. Am AK Essen Nord kreuzt die A42 von Dortmund nach Kamp-Lintfort, auf Gladbecker Gebiet gibt es noch die AS Essen / Gladbeck an der A2 von Oberhausen über Hannover nach Berlin. An der Stadtgrenze Gladbeck / Gelsenkirchen wird die B224 zur A52 und führt bis zum AK Marl Nord, wo es Anschluss auf die A43 Münster – Wuppertal gibt. Zwischen Essen Nord und Gelsenkirchen gibt es viele Ampelkreuzungen und dementsprechend vor allem im Berufsverkehr viele Staus. Soweit der Status quo.

Das Land NRW will schon lange die A52-Lücke zwischen Gelsenkirchen und Essen Frillendorf schließen, befasst sich aber zunächst mit dem nördlichen Abschnitt zwischen Gelsenkirchen und dem AK Essen Nord. Der Lückenschluss auf Essener Stadtgebiet soll dann später kommen, wobei mir nicht klar ist, wie das im dicht besiedelten Essener Norden realisiert werden soll.

Der Ausbau zwischen der A2 und der A42 ist dabei das kleinste Problem, ist die B224 hier auf bottroper Gebiet bereits autobahnähnlich ausgebaut. Hier müssen nur die Kreuzungen und Ampeln beseitigt und Schallschutz installiert werden. Die Stadt Bottrop ist auch eindeutig für den Ausbau zur A52.

Das erste Problem ist dann der Anschluss an die A2. Die bisherige AS Essen / Gladbeck befindet sich an Rande des gladbecker Naherholungsgebietes Wittringen mit Wald, parkähnlicher Landschaft und Wasserschloss. Das neu zu errichtende Autobahnkreuz würde Flächen des Naherholungsgebietes benötigen und ein Überflieger zudem die Landschaft verschandeln, so die Befürchtungen in Gladbeck. Die Anschlussstelle wurde vor ein paar Jahren schon einmal umgebaut, auch da stand bereits der Ausbau der B224 zur Debatte. Ich verstehe bis heute nicht, warum damals nicht sofort entsprechend gebaut wurde.

Das Verkehrsministerium in NRW hat dann ab der A2 auf gladbecker Stadtgebiet einen Tunnel geplant, Alternative wäre eine sogenannte Galerie-Lösung gewesen. Gladbeck wollte jedoch einen Ausbau abweichend von der bisherigen Trasse durch die Heege. Das ist gelsenkirchener Gebiet und zudem Landschaftsschutzgebiet. Die Gladbecker sagen, das sei nur agrarwirtschaftlich genutzte Fläche, aber natürlich wehrt sich die Stadt Gelsenkirchen gegen die von Gladbeck präferierte Lösung.

B224 OSM

Die heutige Trasse der B224 zwischen Gelsenkirchen im Norden und der A42 im Süden

Das Bundesverkehrsministerium hat schließlich die Finanzierung für die teuerste, die Tunnel-Lösung, zugesichert unter der Bedingung, dass auch die Stadt Gladbeck sich mit zwei Millionen Euro beteiligt.

Die gladbecker Bürger haben sich im März 2012 in einem Ratsbürgerentscheid gegen diese finanzielle Beteiligung ausgesprochen, was fälschlicherweise immer wieder als Votum gegen die Autobahn gewertet wird. Der gladbecker Bürgermeister Ulrich Roland (SPD) fühlt sich laut lokaler Presse auch heute noch an die Entscheidung seiner Bürger gebunden und wehrt sich neben Bürgerinitiativen in Gladbeck und auch in Bottrop gegen den Ausbau.

Der Tunnelbau in Gladbeck sollte aber wohl auch offen realisiert werden, was ein Bauzeit von etwa zehn Jahren inkl. Sperrung der B244 und Umleitung durch die gladbecker Innenstadt bedeutet hätte. Für Gladbeck wohl eine Horrorvorstellung, zumal hier auch viel Schwerlastverkehr unterwegs ist. Auch viele Gefahrgut-LKW vom Chemiepark Marl. Die wollte man nicht in der Innenstadt haben und sorgte sich, dass es später in einem Tunnel bei einem Unfall mit einem Gefahrgut-LKW zur Katastrophe kommen würde. Dann aber dürfte man keine Tunnel mehr bauen, würde ich sagen…

Ansonsten hätte der Tunnel der Stadt Gladbeck Flächen zurück gegeben, die heute noch von der B224 genutzt werden. Auf der Tunneldecke hätte ein Park für die Bürger entstehen können, aber Gladbeck will ja nicht.

Aktuell schlagen die Wellen wieder hoch, weil das Landesverkehrsministerium den Ausbau zwischen A42 und A2 wieder forciert und den Landesbetrieb Straßen.NRW mit dem Planungsverfahren beauftragt hat. Gladbeck sorgt sich wieder um Wittringen und will mit allen zur Verfügung stehenden rechtlichen und politischen Mitteln die Autobahn verhindern.

Meine Meinung: Die spinnen, die Gladbecker!
Liebe Gladbecker, als gebürtiger Gladbecker kann ich euch nicht verstehen. Steht ihr denn so gerne im Stau? Die Autobahn wird sicher nicht der Weisheit letzter Schluss sein, die Staus dürften durch den Wegfall der Ampeln aber weniger werden. Und wenn die Autobahn auf der bisherigen B224-Trasse entsteht, werdet auch ihr keinen großen Unterschied bemerken und zudem noch vom Lärmschutz profitieren. Noch mehr hättet ihr Deppen jedoch vom Tunnel profitiert, aber wie heißt es so schön? Wer nicht will, der hat schon…

Der Kartenausschnitt stammt von Openstreetmap und steht unter Open Data Commons Open Database Lizenz (ODbL)

Keep it Country, Markus

4 Kommentare

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