Jähes Ende einer Radtour

Fahrrad Header, Bild: Cowboy of Bottrop, Lizenz: CC-by-sa 3.0 de
closeDieser Beitrag wurde vor 7 Monaten 24 Tagen veröffentlicht. Die Informationen in diesem Beitrag sind möglicherweise veraltet. Bitte benutze die Suche oder das Archiv, um nach neueren Informationen zu diesem Thema zu suchen.
Zeichen 138

Sowas möchte man nicht erleben. Unsere gestrige Oster-Radtour endete jäh mit einem Unfall, der für uns zwar glimpflich ausging, eine andere Unfallbeteiligte musste dafür mit dem Hubschrauber abtransportiert werden.

Der Reihe nach: wir, also meine Frau Anja, unser Sohn René und ich, sind gestern gegen Mittag mit den Fahrrädern zu einer großen Runde aufgebrochen. Es ging zunächst zur Burg Vondern in Oberhausen an der Grenze zu Bottrop, dann am Rhein-Herne-Kanal entlang bis zum Niederrhein-Stadion in Oberhausen. Weiter ging es über die HOAG-Trasse Richtung Dinslaken und zur Emschermündung, wo wir zunächst eine Pause einlegten. Voll war es bei dem fantastischen Wetter.

Emschermuendng
Die Emschermündung in Dinslaken.

Am Rhein entlang sind wir dann gut einen Kilometer nach Norden bis zur Rotbachmündung, und dann am Rotbach entlang nach Dinslaken rein, wo wir ein Schnellrestaurant besuchten. Dann ging es durch das Rotbachtal in Richtung Grafenmühle, wo ein Stopp auf ein Eis eingeplant war. Doch so weit sind wir gar nicht erst gekommen…

Im Rotbachtal gibt es auf Dinslakener Gebiet noch einen wundervollen Biergarten, wo wir noch auf ein Kaltgetränk eingekehrt sind. Und als wir weiter zur Grafenmühle wollten, kamen wir gerade noch 300 Meter weit.

Uns kam eine Gruppe Radfahrer entgegen, die von einer älteren Dame auf einem Mountainbike überholt wurde. Dass sie zu dieser Gruppe gehörte, haben wir dann erst später mitbekommen. Sie fuhr allerdings, muss man so sagen, der gegebenen Enge nicht angepasst. Mann kann sagen, wie eine gesenkte Sau und mit dem Gesichtsausdruck einer Wahnsinnigen. Tut mir leid, das so sagen zu müssen, aber genau so kam es mir vor.

Es war eine asphaltierte Straße, gerade breit genug für zwei Autos. Die Gruppe fuhr zu zweit nebeneinander, dazu die überholende Dame. Ich fuhr in unserer kleinen Gruppe als Erster, konnte noch ausweichen. René, der hinter mir fuhr, ebenso. Bei Anja hat es leider nicht mehr gepasst. Trotz dass sie schon nach rechts auf den unbefestigten Randstreifen ausgewichen ist, berührten sich die Lenker der beiden Frauen. Ich hörte hinter mir nur ein Scheppern, hielt sofort an und sah mich um. Anja hatte das Glück, nach rechts ins Gebüsch zu fallen, so dass sie keine körperlichen Verletzungen davontrug, hatte jedoch sichtbar einen Schock. Die ältere Dame landete allerdings mit dem Kopf voran auf dem Asphalt und zog sich trotz ihres Helms eine schwere Kopfverletzung zu. Der später eingetroffene Rettungsassistent äußerte den Verdacht auf ein schweres Schädel-Hirn-Trauma.

Nachdem der selbe Rettungsassistent nach der Erstversorgung der Dame zu Anja kam, die unter Schock am Straßenrand auf dem Boden saß, forderte er noch einen zweiten RTW nach. Der sollte Anja ins Krankenhaus bringen, um auszuschließen, dass irgendwas gebrochen ist. Durch das Adrenalin würde sie nämlich keinen Schmerz spüren, meinte der Rettungsassistent.

Die Unfallgegnerin wurde unterdessen vom ersten RTW in einen gleich mitalarmierten Hubschrauber verfrachtet und ins Krankenhaus geflogen.

Ich telefonierte dann mit Anjas Schwester, die mit ihrem Mann gleich den Motorradanhänger ans Auto klemmte und zum Unfallort kam. Sie haben dann unsere Fahrräder auf den Hänger geladen und diese mitsamt René nach Hause gebracht. René stand die ganze Zeit neben seinem Fahrrad und hat sich das Treiben angesehen, als wenn es ihn nichts anginge. Ich selbst war, als die Beiden eintrafen, bereit mit Anja im RTW auf dem Weg ins St.-Vinzenz-Krankenhaus in Dinslaken.

Im Krankenhaus zeigt es sich als Vorteil, mit dem RTW eingeliefert zu werden. Trotz recht voller Notaufnahme waren wir sofort dran. Nach einer kurzen Untersuchung durch den Arzt ging es einmal zum Röntgen, danach erfolgte noch eine Ultraschalluntersuchung des Bauchraums. Befund: Anja hat „nur“ eine Beckenprellung, die aber auch bereits vom Morgen stammen kann. Da ist Anja auf der Hunderunde vom Rudel umgerannt worden.

Wir durften also das Krankenhaus wieder verlassen, nachdem der Arzt ein Rezept für ein Schmerzmittel ausgestellt hat. Aber wie jetzt von Dinslaken nach Hause kommen? Mit Bus und Bahn wären wir laut der VRR-App gegen 22:30 Uhr angekommen, ein Taxi hätte sicher mindestens 50 Euro gekostet. Also habe ich nochmal mit meiner Schwägerin telefoniert, und die kam und dann mit ihrem Angetrauten abholen.

Wir hoffen, dass die Unfallgegnerin und in meinen Augen auch Verursacherin noch halbwegs heile aus der Nummer rauskommt und keine bleibenden Schäden behält. Wir wünschen ihr schnelle Genesung und alles Gute.

Außerdem sind wir Klaudia und Thomas, Schwägerin und Schwager, zu Dank für ihr kurzfristiges Fahren verpflichtet.

Wir rechnen jetzt natürlich noch mit Anhörungsbögen der Polizei, die selbstverständlich auch vor Ort war und die Personalien der Beteiligten und Zeugen aufgenommen hat.

Keep it Country, Markus

Bildquellen

Schreiben Sie einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

;) 
:) 
:D 
:( 
:/ 
:p 
:o 
:lol: 
:roll: 
:angry: 
:smoke: 
:mrgreen: 
:silence: 
:blush: 
:kiss: 
mehr...