Fahrtrichtungsanzeiger

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Einige Zeitgenossen haben scheinbar echte Probleme mit der Rechtslage bezĂŒglich der Benutzung der Fahrtrichtungsanzeiger, im Volksmund Blinker genannt.

Aus der STVZO

§54 Fahrtrichtungsanzeiger

  • (1) Kraftfahrzeuge und ihre AnhĂ€nger mĂŒssen mit Fahrtrichtungsanzeigern ausgerĂŒstet sein. Die Fahrtrichtungsanzeiger mĂŒssen nach dem Einschalten mit einer Frequenz von 1,5 Hz ± 0,5 Hz (90 Impulse ± 30 Impulse in der Minute) zwischen hell und dunkel sowie auf derselben Fahrzeugseite – ausgenommen an KraftrĂ€dern mit Wechselstromlichtanlage – in gleicher Phase blinken. Sie mĂŒssen so angebracht und beschaffen sein, dass die Anzeige der beabsichtigten RichtungsĂ€nderung unter allen Beleuchtungs- und BetriebsverhĂ€ltnissen von anderen Verkehrsteilnehmern, fĂŒr die ihre Erkennbarkeit von Bedeutung ist, deutlich wahrgenommen werden kann. Fahrtrichtungsanzeiger brauchen ihre Funktion nicht zu erfĂŒllen, solange sie Warnblinklicht abstrahlen.
  • (1a) Die nach hinten wirkenden Fahrtrichtungsanzeiger dĂŒrfen nicht an beweglichen Fahrzeugteilen angebracht werden. Die nach vorn wirkenden Fahrtrichtungsanzeiger und die zusĂ€tzlichen seitlichen Fahrtrichtungsanzeiger dĂŒrfen an beweglichen Fahrzeugteilen angebaut sein, wenn diese Teile nur eine Normallage (Betriebsstellung) haben. Die SĂ€tze 1 und 2 gelten nicht fĂŒr Fahrtrichtungsanzeiger, die nach § 49a Absatz 9 und 10 abnehmbar sein dĂŒrfen.
  • (2) Sind Fahrtrichtungsanzeiger nicht im Blickfeld des FĂŒhrers angebracht, so muss ihre Wirksamkeit dem FĂŒhrer sinnfĂ€llig angezeigt werden; dies gilt nicht fĂŒr Fahrtrichtungsanzeiger an KraftrĂ€dern und fĂŒr seitliche Zusatzblinkleuchten. Fahrtrichtungsanzeiger dĂŒrfen die Sicht des FahrzeugfĂŒhrers nicht behindern.
  • (3) Als Fahrtrichtungsanzeiger sind nur Blinkleuchten fĂŒr gelbes Licht zulĂ€ssig.
  • (4) Erforderlich als Fahrtrichtungsanzeiger sind
    1. an mehrspurigen Kraftfahrzeugen

      paarweise angebrachte Blinkleuchten an der Vorderseite und an der RĂŒckseite. Statt der Blinkleuchten an der Vorderseite dĂŒrfen Fahrtrichtungsanzeiger am vorderen Teil der beiden LĂ€ngsseiten angebracht sein. An Fahrzeugen mit einer LĂ€nge von nicht mehr als 4 m und einer Breite von nicht mehr als 1,60 m genĂŒgen Fahrtrichtungsanzeiger an den beiden LĂ€ngsseiten. An Fahrzeugen, bei denen der Abstand zwischen den einander zugekehrten Ă€ußeren RĂ€ndern der LichtaustrittsflĂ€chen der Blinkleuchten an der Vorderseite und an der RĂŒckseite mehr als 6 m betrĂ€gt, mĂŒssen zusĂ€tzliche Fahrtrichtungsanzeiger an den beiden LĂ€ngsseiten angebracht sein,

    2. an KraftrÀdern

      paarweise angebrachte Blinkleuchten an der Vorderseite und an der RĂŒckseite. Der Abstand des inneren Randes der LichtaustrittsflĂ€che der Blinkleuchten muss von der durch die LĂ€ngsachse des Kraftrades verlaufenden senkrechten Ebene bei den an der RĂŒckseite angebrachten Blinkleuchten mindestens 120 mm, bei den an der Vorderseite angebrachten Blinkleuchten mindestens 170 mm und vom Rand der LichtaustrittsflĂ€che des Scheinwerfers mindestens 100 mm betragen. Der untere Rand der LichtaustrittsflĂ€che von Blinkleuchten an KraftrĂ€dern muss mindestens 350 mm ĂŒber der Fahrbahn liegen. Wird ein Beiwagen mitgefĂŒhrt, so mĂŒssen die fĂŒr die betreffende Seite vorgesehenen Blinkleuchten an der Außenseite des Beiwagens angebracht sein,

    3. an AnhÀngern

      paarweise angebrachte Blinkleuchten an der RĂŒckseite. Beim MitfĂŒhren von zwei AnhĂ€ngern genĂŒgen Blinkleuchten am letzten AnhĂ€nger, wenn die AnhĂ€nger hinter einer Zugmaschine mit einer durch die Bauart bestimmten Höchstgeschwindigkeit von nicht mehr als 25 km/h mitgefĂŒhrt werden oder wenn sie fĂŒr eine Höchstgeschwindigkeit von nicht mehr als 25 km/h in der durch § 58 vorgeschriebenen Weise gekennzeichnet sind,

    4. an Kraftomnibussen, die fĂŒr die SchĂŒlerbeförderung besonders eingesetzt sind,

      an der RĂŒckseite zwei zusĂ€tzliche Blinkleuchten, die so hoch und so weit außen wie möglich angeordnet sein mĂŒssen,

    5. an mehrspurigen Kraftfahrzeugen und SattelanhĂ€ngern – ausgenommen Arbeitsmaschinen, Stapler und land- oder forstwirtschaftliche Zugmaschinen und deren AnhĂ€nger – mit einem zulĂ€ssigen Gesamtgewicht von mehr als 3,5 t an den LĂ€ngsseiten im vorderen Drittel zusĂ€tzliche Blinkleuchten, deren LichtstĂ€rke nach hinten mindestens 50 cd und höchstens 200 cd betrĂ€gt. FĂŒr diese Fahrzeuge ist die Anbringung zusĂ€tzlicher Fahrtrichtungsanzeiger nach Nummer 1 nicht erforderlich.
  • (5) Fahrtrichtungsanzeiger sind nicht erforderlich an
    1. einachsigen Zugmaschinen,
    2. einachsigen Arbeitsmaschinen,
    3. offenen KrankenfahrstĂŒhlen,
    4. LeichtkraftrÀdern, KleinkraftrÀdern und FahrrÀdern mit Hilfsmotor,
    5. folgenden Arten von AnhÀngern:
      1. eisenbereiften AnhĂ€ngern, die nur fĂŒr land- oder forstwirtschaftliche Zwecke verwendet werden;
      2. angehÀngten land- oder forstwirtschaftlichen ArbeitsgerÀten, soweit sie die Blinkleuchten des ziehenden Fahrzeugs nicht verdecken;
      3. einachsigen AnhÀngern hinter KraftrÀdern;
      4. Sitzkarren (§ 3 Abs. 2 Satz 1 Nr. 2 Buchstabe i der Fahrzeug-Zulassungsverordnung).
  • (6) Fahrtrichtungsanzeiger an Fahrzeugen, fĂŒr die sie nicht vorgeschrieben sind, mĂŒssen den Vorschriften entsprechen.

Der Fahrtrichtungsanzeiger muss also an beinahe jedem Kraftfahrzeug im öffentlichen Straßenverkehr vorhanden sein, die Hersteller setzten diese Regelung fĂŒr gewöhnlich auch um.

Die StVO beschreibt in mehreren Paragrafen, wann und wo ein Fahrtrichtungsanzeiger zu benutzen ist:

  • Beim Abbiegen soll der Fahrtrichtungsanzeiger frĂŒhzeitig betĂ€tigt werden, damit der nachfolgende Verkehr sich auf ein Abbremsen einstellen kann
  • Beim Spurwechsel soll der Fahrtrichtungsanzeiger betĂ€tigt werden, um dem nachfolgenden Verkehr die Absicht mitzuteilen. Das bedeutet jedoch nicht, dass man dann einfach die Spur wechseln darf. Wer seine Spur hĂ€lt, hat Vorrang!
  • An einer abknickenden Vorfahrt muss der Fahrtrichtungsanzeiger auch dann betĂ€tigt werden, wenn man geradeaus fĂ€hrt und dabei die Vorfahrtstraße verlĂ€sst
  • Im Kreisverkehr beim Verlassen desselben, nicht jedoch bei der Einfahrt in den Kreisverkehr oder wĂ€hrend der Durchfahrt.
  • Beim Anhalten am Straßenrand, dem sogenannten rechts ran fahren
  • Beim Anfahren vom Straßenrand

Die Nichtbenutzung des Fahrtrichtungsanzeiger in einem der vorgenannten FĂ€lle wird mit einem Bußgeld in Höhe von dreißig Euro geahndet. FĂŒr meine Begriffe viel zu wenig und vor allem zu selten kontrolliert.

Die seltenen Kontrollen lĂ€sst wohl auch viele Autofahrer zu faul werden, einmal den linken Zeigefinger zu bewegen, um den Hebel hinter dem Lenkrad zu betĂ€tigen und damit den Fahrtrichtungsanzeiger zu aktivieren. Und dieses Fehlverhalten fĂŒhrt immer wieder und immer hĂ€ufiger zu Irritationen, MissverstĂ€ndnissen, Aggressionen, UnfĂ€llen und BeinaheunfĂ€llen.

Ich habe keine Ahnung, was die Zeitgenossen heutzutage davon abhĂ€lt, den Fahrtrichtungsanzeiger zu betĂ€tigen. Allerdings rege ich mich selbst regelmĂ€ĂŸig darĂŒber auf, dass ich an einer Kreuzung oder am Kreisverkehr lĂ€nger als nötig warten muss, weil mal wieder ein Vollhonk der Meinung ist, seine Abbiegeabsicht fĂŒr sich behalten zu mĂŒssen…

Wie es geht, steht hier: http://de.wikihow.com/Blinker-einsetzen ;)

Keep it Country, Markus

2 Kommentare

  1. Dave

    Genau genommen musst Du den Blinker setzen, wenn Du der abknickenden Vorfahrtstraße folgst. Wissen auch wieder die wenigsten.

    1. Markus (Twitter: ) (Beitrag Autor)

      Das gehört bei mir zum Abbiegen. Zudem habe ich bei der anklickenden Vorfahrt bewusst „auch beim geradeaus fahren“ geschrieben. ;)

Kommentare sind geschlossen.

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